Kuba (2) – Vinales

Der Hauptstadt Kubas entfliehend ging es auf der „Autobahn“ unserem nächsten Reiseziel entgegen – dem Valle de Viñales! Doch was man unter Autobahn in Deutschland versteht, sollte auf Kuba nicht zu ernst genommen werden. Einige Autofahrer werden sich freuen, denn hier besteht schon ein regelrechtes Linksfahrgebot. Grund sind die verschiedensten Fuhrwerke, die mit einer Pferdestärke die rechte Spur in Beschlag nehmen und unseren Busfahrer Dayron dazu bewegen, beständig die linke Spur zu okkupieren. Doch nicht nur die ordnungsgemäßen Verkehrsteilnehmer wissen, wie man unsere Reise etwas bedächtiger gestaltet. Auch verschiedenste Tierarten, die sich den Straßenrand als ihren Weidegrund ausgesucht haben, führten beständig dazu, dass Dayron immer mal wieder vom Gas gehen musste. Ein Glück, dass seine telepathischen Fähigkeiten die Tiere oft von der Straße fernhielten 🙂 Während eines kleinen Zwischenstops an einem Rasthof dann konnte ich mal wieder einen der Oldtimer einfangen.

Bevor wir jedoch in das Vinales kamen, sollten wir noch an zwei verschiedenen Stationen Halt machen. Die erste war (wie durch Zufall?) eine Tabakscheune, zu der ein paar Tabakbauern just in dem Moment eine Ladung Tabakblätter mit einem Ochsenkarren abluden. Das Besondere hierbei war, dass wir unsere Kubareise zu einer Jahreszeit unternahmen, während der eigentlich die Tabakernte bereits beendet ist beziehungsweise die neuen Pflanzungen erst noch stattfinden. Der Beginn der Regenzeit stand uns erst noch bevor. Wahrscheinlich der kubanischen Gemütlichkeit geschuldet konnten wir jedoch am Straßenrand ein Tabakfeld in voller Blüte erspähen und hielten natürlich sofort an, um die müden Glieder auszuschütteln und natürlich alles in Bildern festzuhalten.

Der angekarrte Tabak wurde daraufhin sogleich von zwei Frauen sortiert und aufgespießt, um in die Tabakscheune zum Trocknen aufgehangen zu werden. Hier stapelten sich die Tabakblätter bereits bis unter das Dach.

Nachdem wir wieder im Bus saßen mussten wir nicht lange auf unseren nächsten Halt warten. Dieses Mal zeigte uns Rotniel eine Plantage mit Mangobäumen. Leider waren sie noch nicht reif und so blieb uns nur, die Früchte im Bild festzuhalten. Die Mangobäume geben allerdings ein ganz gutes Fotomotiv ab mit ihrem knorrigen, verwundenen Wuchs, aber seht selbst.

Und weiter ging es. Je schlechter die Straßen wurden, desto näher kamen wir unserem Ziel. Dabei kann ich auf die Frage „Loch an Loch und hält doch. Was ist das?“ nur antworten, dass jede Kette gegen die kubanischen Straßenverhältnisse verliert. Irgendwie schlingert man von Schlagloch zu Schlagloch, aber am Ende kommt man doch irgendwie an (wie sehr sich dieser Zustand noch in weitere Extreme steigern sollte, erfuhren wir dann am nächsten Tag). Unser nächster Halt war dann die Klischee-Aussicht auf das Vinales-Tal schlechthin. Wer googelt, wird wissen, was ich meine ;). Gefühlte 70% der Bilder sind genau von diesem Aussichtspunkt am Hotelkomplex Horizontes Los Jazmines geschossen… was der Schönheit des Ausblickes jedoch keinen Abbruch tut ^^. Dementsprechend musste ich natürlich auch mein Klischeebild einfangen. Leider konnten wir uns die Tageszeit ja nicht aussuchen, daher musste ich mich dann mit den Lichtverhältnissen zufrieden geben. Ein Panorama, welches am Ende 110 Megapixel aufweist, war dann auch schnell im Kasten (für Suchbildliebhaber und Pixel-Peeper gibt’s drei Detailbilder aus dem Panorama)

Kurz nach diesem Halt kamen wir dann endlich in Vinales an, doch Zeit zum Ausruhen stand nicht auf dem Programm. Mit einem lokalen Wanderführer erkundeten wir das Vinales-Tal zu Fuß. Mit allerlei botanischem Wissen bepackt erklärte er uns, was alles so im Vinales (neben dem Tabak) wächst und gedeiht. Doch nicht nur die Flora war auf der Wanderung für uns interessant. Auch die Fauna wusste viel zu bieten und so sahen wir neben allerhand Nutztieren auch eine Baumratte. Diese saß seelenruhig in einer Astgabel und ließ sich sogar von Rotniel füttern. Außerdem konnten wir einen Blick auf einen der Kampfhähne werfen. Er sah allerdings schon etwas zerrupft aus und wurde von seinem Besitzer argwöhnisch beschaut, als wenn er das nächste Mal im Suppentopf landet.

Vorbei an kahlen Feldern, die auf die Bepflanzungen in der Regenzeit warteten, nahmen wir unseren Weg zu einem der im Tal ansässigen Tabakbauern. Nach einer kurzen Erfrischung mit Obstsaft mit Rum (eigentlich obligatorisch… gefühlt jedes zweite Getränk wird hier mit Rum veredelt :D) durften wir dann in einer der noch nicht gefüllten Tabakscheuen dabei zusehen, wie er eine Zigarre rollte und uns dabei den Prozess der Herstellung von der Ernte des Tabakblattes an erklärte. Das Vinales ist dabei aufgrund der geologischen und meteorologischen Verhältnisse eine der weltweit besten Anbauregionen für Tabak. Natürlich musste nach dem theoretischen Teil der praktische folgen und so hatte er noch zwei Zigarren parat, die er für uns zur Verkostung anbrannte.

Leicht beschwingt von diesem Raucherlebnis beschritten wir dann auch schon den Rückweg. Ein kurzer Zwischenhalt mit dem Bus brachte uns dann noch an die berühmte Mural de la Prehistoria. Aussteigen, Anschauen, Einsteigen, done … Daraufhin ging es zu unserer Unterkunft La Ermita. Nach diesem doch recht anstrengenden Tag konnten wir es kaum erwarten ein bisschen auszuspannen und den Sprung ins erfrischende Nass des Hotelpools zu wagen. Ein Wahnsinns-Sonnenuntergang setzte fototechnisch das i-Tüpfelchen und wir gingen zufrieden ins Bett, um am nächsten Tag am Strand der Cayo Jutias (was übersetzt soviel bedeutet wie die Insel der Baumratten) zu genießen und auszuspannen.

Der zweite Tag stand dann ganz im Zeichen von Sommer, Sonne und Strandfeeling. Einfach mal alle Viere gerade sein lassen und nichts tun. Doch bevor wir den Strandtag genießen konnten, mussten wir erst einmal dorthin gelangen. Die bereits erwähnte Extremisierung der Straßenverhältnisse führte dazu, dass wir für 50km Weg doch wirklich über zwei Stunden benötigten. Nichtsdestotrotz konnten wir danach einfach genießen … bis uns ein tropischer Regen“schauer“ ereilte. Dieser dauerte doch etwas länger. Glücklicherweise aber blieben die Temperaturen angenehm. Aber nachdem der Schauer dann verzogen war, konnten wir genießen… bis uns irgendwelche Mini-Insekten zerstachen, die man auf der Haut kaum erkennen konnte. Durch die nach dem Schauer aufgetretene Schwüle waren sie wohl alle angelockt und bevölkerten zu Hunderten unseren Strandabschnitt. Danach war dann auch Schluss mit Strandtag. Ein wenig anders hatte ich es mir schon vorgestellt ^^ (aber auch wenn die Beschreibung sich nicht so anhört, es war trotzdem ein schöner und entspannter Tag 😉
Wieder in La Ermita angekommen präsentierte sich der Sonnenuntergang wolkenverhangen, was allerdings eine tolle Lichtsituation hervorrief.

Damit waren auch die beiden Tage im Valle de Viñales und auf der Cayo Jutias beendet.

In meinem nächsten Artikel berichte ich dann von unserem nächsten Stop in Santa Clara, wo getreu nach dem Motto der Reise „Revolucion von West nach Ost“ schon alles rund um Ernesto „Che“ Guevara auf uns wartete. Bleibt also dran 😉

 

 

 

 

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2 Gedanken zu “Kuba (2) – Vinales

  1. Wunderschöne Bilder. Ich war im letzten Jahr in Vinyales, einer der friedlichsten Orte, den ich je besucht habe. Wunderbar! Wünsche noch eine schöne Reise : ) LG Antje

    1. Danke Antje 🙂
      Leider ist die Reise schon vorbei und ich komme erst jetzt dazu, die entsprechenden Berichte zu schreiben. Das Foto sortieren und bearbeiten hat etwas Zeit in Anspruch genommen.

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