Kuba (1) – Havanna

Den Entschluss, in nächster Zeit mal nach Kuba zu reisen, fasste ich eigentlich schon im letzten Jahr. Durch mein Studium jedoch konnte ich erst vor Kurzem die Reise antreten, und so kam es, dass ich über Marco Polo Young Line im Mai mit 18 anderen Abenteuerlustigen nach Kuba flog. Den Auftakt bildete die Hauptstadt Havanna. Als wir am Abend am Flughafen von Havanna landeten, wurden wir bereits das erste Mal mit der kubanischen Arbeitsmentalität konfrontiert… die Gepäckabfertigung zog sich über zwei Stunden hin und so kamen wir erst gegen halb 12 Ortszeit in unserem Hotel an. Ein, zwei Absacker an der Bar (Mojito, was sonst) und ein letzter Blick aus dem Balkon versprach jedoch schon viel für den morgigen Tag.

am zweiten Tag stand ein Stadtrundgang auf dem Plan, auf dem uns Rotniel, unser lokaler Guide, durch die breiten und schmalen Gassen Havannas lotste. Beginnend am Parque Central mit einem Monument des Nationalhelden José Martí und am Kapitol vorbeischlendernd wurden wir bereits der Vielzahl der Oldtimer gewahr.

An jeder Ecke wartete einer der alten Ami-Schlitten um fotografiert zu werden. Da musste jedes Auto erst einmal von allen Seiten fotografiert werden. Und dann kam auch schon das nächste herangebraust. Auf meiner gesamten Reise sollte ich noch viele dieser Karossen einfangen.

Doch nicht nur die vielen Oldtimer machen das Stadtbild Havannas und Kubas aus. Auch viele andere Vehikel trifft man auf den Straßen. Fahrradtaxis und Pferdekutschen sind dabei nur zwei Faktoren, die den Verkehr an den gemütlichen Lebensstil der Kubaner anpassen. Alles fließt eher langsam und gemächlich dahin.

Wer Kuba sagt, darf natürlich nicht die Musik vergessen. Und auch wenn laut Reisebeschreibung Santiago de Cuba wohl die Musikhauptstadt sein soll, gab es doch auch bereits in Havanna an jeder Ecke Straßenmusiker, die selbst in der Mittagshitze die Touristen unterhielten.

Die Fassaden der alten Häuser sind so vielfältig wie der Bauzustand. Durch die verschiedenen Einflüsse der Kolonialherren gibt es eine Fülle an Architekturstilen, nur leider mangelt es am nötigen Peso, all diese schönen Häuser zu restaurieren und so ist das Stadtbild geprägt von Restauration, aber auch Verfall.

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Uns bot sich direkt im Anschluss an die Führung auch die Chance, mit einem der Oldtimer durch die City zu cruisen und wir ließen uns von den schon auf die Touris wartenden Fahrern nicht zweimal bitten, in eines der Oldtimer-Cabrios einzusteigen. Mit der pinken Knutschkugel ging es dann los, vorbei an zentralen Sehenswürdigkeiten und dem Platz der Revolucion. Endstation war dann wieder das Habana Libre Hotel, welches früher einmal den Namen Hilton trug. Der Glanz vergangener Tage ist jedoch auch hier bereits verblasst.

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Damit war unser erster Tag in Havanna auch schon (R)um und viele Bilder im Kasten. Doch der zweite Tag sollte noch viel mehr bieten. Los ging es schon kurz vor Sonnenaufgang, den wir von unserem Hotel aus wunderbar fotografieren konnten. Die leicht geschwungene Küstenlinie am Malecon bot dabei einen schönen Vordergrund und die Wolken am Horizont waren höchst willkommen, um das Gesamtbild etwas interessanter zu gestalten.

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Gut gesättigt vom Frühstück brachen wir dann mit unserem Reisebus auf, um die zwei wichtigen Eckpfeiler unserer Reise endlich in Angriff zu nehmen. Rum und Revolucion. Als erster Stop des Tages war das Havana Club Rum Museum angesetzt. Während unserer Tour lernten wir den Prozess der Rumbrennerei näher kennen und natürlich stand am Ende auch eine Verkostung an. Gemäß dem Spruch „Was lange währt, wird gut“ ist auch Rum so ein edles Gesöff, welches mit längerer Reifung zunehmend besser wird. Deswegen kosten dann solche Sondereditionen, die mehr als 15 Jahre auf dem Buckel haben auch gern mal 150€ oder auch 1.500€. Meinem Gaumen jedoch genügte ein Zuckerrohrsaft mit Rum, der bei den Temperaturen von ca. 32°C besser erfrischte als der Hochprozentige.

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Im Anschluss daran ging es zum ehemaligen Präsidialpalast des Diktators Batista, der durch Fidel Castro und Ernesto „Che“ Guevara während der Revolucion gestürzt wurde. Heutzutage befindet sich in dem Gebäude das Museo de la Revolucion.

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Ein Highlight unserer Reise war am Abend ein Auftritt des Buena Vista Social Club, bei dem wir den bekanntesten Liedern dieser legendären Musiker lauschen durften. Und obwohl viele der Mitglieder bereits verstorben sind, lebt die Legende weiter. Der Auftritt der über 100-jährigen Sängerin (Asche auf mein Haupt, ich habe mir den Namen nicht mitgeschrieben – wer es weiß, schreibt mir und ich reiche das hier nach) war einfach nur beeindruckend, zumal sie in diesem hohen Alter nichts von ihrer Stimme eingebüßt hat. Deswegen ließ ich meine Kamera an diesem Abend auch zu Hause, um die live-Atmosphäre einzusaugen und nicht hinter meinem Sucher zu enden.

Das Konzert bildete einen grandiosen Abschied von der Hauptstadt und wir verließen Havanna mit einem sehr guten Gefühl, viele der Highlights gesehen zu haben.

Als nächstes wartete schon das Vinales-Tal auf uns, welches zu den bekanntesten Tabak-Anbaugebieten und Zigarrenproduktionen der Welt gehört…

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2 Gedanken zu “Kuba (1) – Havanna

  1. Ich habe mittlerweile schon viele Beiträge über Kuba gelesen, da auch meine Reise dorthin bald ansteht. Allerdings konnte mir keiner dieser Beiträge die Schönheit der Insel so gut rüberbringen wie du. Toller Beitrag und absolut beeindruckende Bilder!

    1. Vielen Dank für die netten Worte. Freut mich riesig, dass dir der Bericht so gut gefällt 🙂
      In den nächsten Tagen folgt dann Teil zwei mit dem Vinales-Tal und der Cayo Jutias.
      Also bleib dran 😉

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